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Eine Woche danach....

Eine Woche sind die Anschläge nun her und mein Leben hat sich, obwohl ich sie nur vor dem Fernseher verfolgt habe, geändert. Ich bin unruhiger und habe eine gewisse "Grundangst" in mir, die mich ständig begleitet. Ich arbeite direkt in der Stadt und konnte es letzte Woche nicht erwarten, dass gestern der Weihnachtsmarkt eröffnete, ich wollte mir Mandeln, Dampfnudeln, Champignons kaufen, die Handwerksstände ansehen und abends mit meinem Mann einen Spaziergang machen und all die weihnachtlichen Gerüche genießen. Eine Woche später erwische ich mich dabei, wie ich am Tag vor der Eröffnung in der Pause durch die Straßen ziehe und rieche, wie Mandeln gebrannt und Glühwein vorgekocht wird. Ich liebe diese Gerüche. Gleichzeitig mache ich für mich fest, dass ich dieses Jahr auf keinen Fall abends oder am Wochenende den Weihnachtsmarkt besuchen werde. Unter der Woche am Mittag wird schon nichts passieren, rede ich mir immer ein und hoffe, dass ich Recht habe.Ein Freund aus Hannover schrieb mir gestern, dass er heute vielleicht in der Stadt ist. Wir überlegten, ob er mich in der Pause besuchen kommt und ob wir dann "auf den Weihnachtsmarkt gehen und ins gemeinsam in die Luft sprengen lassen". Galgenhumor, ich weiß, aber ich glaube, dass viele Menschen momentan so ihre Angst überspielen. Ich glaube, dass wir beide in unserem tiefsten Inneren froh sind, dass ein Treffen zeitlich doch nicht machbar ist und uns unsere Entscheidung angenommen wurde. Entscheiden muss ich mich auch, ob ich morgen auf das Konzert gehe. Hinfahren muss ich auf jeden Fall, da mein Mann und ich gemeinsam mit einem Freund die 500 km lange Busfahrt organisiert haben. Ich sagte meinem Mann aber, dass es sein kann, dass ich ihn bitten werde, dass wir uns lieber in eine Bar setzen. Jetzt, wo ich diese Zeilen schreibe, denke ich an die Bilder aus Paris - in den Bars. Vielleicht gehen wir lieber nur spazieren... Ich möchte das nicht, ich möchte diese Angst nicht in mir haben. Aber ich werde sie nicht los.Mein Mann war Mittwoch, wie bereits geschrieben, im Capitol. Zwei seiner Kollegen waren nicht gekommen, weil sie Angst hatten. Er schrieb mir: "Zwei Kollegen sind nicht gekommen. Angst. Polizei ist im Saal". Eigentlich war mir klar, dass er mir sagen wollte, dass seine Kollegen aus Angst nicht gekommen sind. Gleichzeitig kam aber die Panik in mir auf, dass es so zu verstehen war, dass er Angst hat und die Polizei im Saal ist, weil auch dort eine kranke Seele ist, die Schreckliches plant. Die Polizisten waren vor Ort, um Präsenz zu zeigen. In der Show hat es wohl öfters geknallt - Showeffekte halt. Mein Mann sagte, dass die Besucher Angst hatten. Wahrscheinlich hätte ich panisch den Saal verlassen.Ich will mein Leben nicht fremdbestimmen lassen, erst recht nicht von solchen "Menschen", ich möchte weiter sorglos auf Konzerte, in Bars oder über den Weihnachtsmarkt gehen. Aber ich kann es gerade nicht und werde wütend .Wütend auf die Terroristen und wütend auf mich. Wie dumm von mir, Wut ist nicht gut. Liebe ist, was wir jetzt brauchen. Liebe.
20.11.15 07:56


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Ein paar Gedanken zu gestern

Als ich gestern Abend vor dem Deutschland Spiel noch schnell das Bad putzen wollte, rief mein Mann mir zu "Das Spiel ist abgesagt!". Ich ließ alles sofort fallen und rannte ins Wohnzimmer und da waren sie wieder, die Reporter mit den ratlosen Gesichtern, die nicht so recht wussten, in welcher Situation sie sich gerade befinden und nach den richtigen Worten suchten. Die richtigen Worte in einer solchen Lage zu finden, ist mit Sicherheit schwierig und ich beneide keinen Reporter, Ordner oder Polizisten, der dies gestern tun musste. Die Worte, die unser Innenminister de Maizière gestern wählte, waren für mich die falschen. "Ein Teil dieser Antworten würde die Bevölkerung verunsichern" Nicht, dass ich nicht vorher schon verunsichert war, aber seitdem er dies sagte nur noch mehr. Heute Nacht um kurz vor 3 Uhr habe ich gelesen, dass es sich bei der Bombe im IC um eine Attrappe gehandelt haben soll. Damit dürfte man vielleicht einige beruhigt haben. Ich jedoch frage mich, ob das alles so seine Richtigkeit hat. Es lagen Informationen vor, dass es einen Anschlag geben sollte, diese waren so konkret, dass man 90 Minuten vor Anpfiff ein Länderspiel, das ein Zeichen für die Solidarität und gegen den Terror sein sollte, absagt. Es wurde eim Gefährder (seit wann werden die eigentlich nicht mehr Schläfer genannt) in Stadionnähe gesichtet, ich denke, dass das kein Zufall sein kann. Denn dieser Schläfer wird es wohl kaum riskieren für eine Attrappe hochgenommen zu werden. Auch wenn das gestern gut ausgegangen ist, habe ich das Gefühl und die aAngst, dass es hier auch bald Bilder geben wird, wie die, die wir von Paris sehen mussten. Ich weiß gerade nicht mehr, was oder wem ich glauben soll. Meine Angst, die ich seit Freitag in mir trage wächst aber weiter und immer wieder kommt mir der "Jetzt haben sie uns auch" in den Kopf.
18.11.15 07:44


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